
Der Life Up Club ist eine offene Selbsthilfegruppe für Menschen mit Ängsten, Panik oder Sorgen.
Wir sind eine Gruppe von Menschen, die sich seit vielen Jahren in Düsseldorf treffen – ganz ohne großen Rahmen, einfach als Selbsthilfe unter Gleichgesinnten. Viele von uns haben Erfahrungen mit Depressionen, Suchterkrankungen, Angststörungen, Panikattacken, Borderline oder anderen seelischen Belastungen.
Was uns über all die Jahre immer wieder verbunden hat, war ein gemeinsamer Nenner: die Angst. Sie begegnet uns in vielen Formen – mal als ständige innere Unruhe, mal als lähmende Panik, mal als unterschwellige Sorge, die den Alltag durchzieht. Für viele von uns war sie das Schwierigste an unserer jeweiligen Geschichte – und gleichzeitig oft das, worüber am wenigsten gesprochen wurde.
Deshalb haben wir uns entschieden, unsere regelmäßigen Treffen inhaltlich neu zu fokussieren: auf das Thema Angst. Nicht, weil wir Lösungen versprechen oder Antworten haben – sondern weil wir wissen, wie wichtig es ist, mit dieser Erfahrung nicht allein zu bleiben.
Unsere Gruppe ist kein therapeutisches Angebot und kein Projekt mit Werbung oder Programm. Wir sind einfach Menschen, die gelernt haben, sich gegenseitig zuzuhören – ohne Urteil, ohne Druck, aber mit echtem Interesse und Respekt füreinander.
Jede*r bringt seine eigene Geschichte mit. Manche reden viel, andere erstmal gar nicht. Alles hat Platz. Es gibt keine festen Rollen, kein Müssen, kein Richtig oder Falsch. Wir begegnen uns auf Augenhöhe – so, wie wir sind.
Der Life Up Club ist aus diesen langjährigen Treffen entstanden. Der Name ist neu – die Haltung dahinter ist gewachsen. Und sie bleibt: ehrlich, offen, solidarisch.
Kontakt oder Fragen:
Hier treffen wir uns jeden Montag:
Warum Wissen über die eigene Angsterkrankung so wichtig ist
Information über den Club
Viele Menschen mit Angst konzentrieren sich zuerst darauf, dass die Angst endlich weggehen soll. Das ist total verständlich. Aber auf Dauer hilft es sehr, nicht nur auf Unterstützung von außen zu hoffen, sondern auch selbst zu verstehen, was im eigenen Kopf, im Körper und im Alltag eigentlich passiert.
Angst wirkt oft bedrohlicher, wenn man sie nicht versteht
Eine Angsterkrankung fühlt sich für viele Menschen erst einmal chaotisch an. Plötzlich sind Herzklopfen, innere Unruhe, Schwindel, Atemnotgefühl, Druck in der Brust oder das Gefühl da, die Kontrolle zu verlieren. Dazu kommen Sorgen, Katastrophengedanken und oft die Angst, dass jetzt etwas ganz Schlimmes passiert. Wenn man nicht weiß, was da gerade in einem abläuft, wirkt das alles schnell riesig. Dann denkt man vielleicht, man wird verrückt, mit dem Körper stimmt etwas nicht oder man ist der Angst komplett ausgeliefert. Wissen hilft genau an dieser Stelle. Wer versteht, dass Angst den Körper in Alarmbereitschaft versetzt, dass Gedanken die Angst weiter hochschaukeln können und dass viele Symptome zwar sehr unangenehm, aber meist nicht gefährlich sind, erlebt oft schon etwas mehr Boden unter den Füßen.
Therapie ist wichtig, aber der Alltag passiert ohne Therapeutin oder Therapeut
Therapeutische Hilfe kann sehr wichtig sein und vielen Menschen wirklich helfen. Aber die meiste Zeit spielt sich das Leben nicht in einer Sitzung ab, sondern morgens beim Aufstehen, beim Einkaufen, in der Bahn, auf der Arbeit, zuhause auf dem Sofa oder nachts im Bett, wenn der Kopf wieder nicht zur Ruhe kommt. Genau in diesen Momenten ist es wertvoll, wenn man selbst etwas über die eigene Erkrankung weiß. Dann kann man eher merken: Das ist gerade mein Angstsystem. Ich kenne dieses Muster. Ich muss nicht alles glauben, was mir meine Angst gerade einredet. Dieses innere Verstehen ersetzt keine Therapie, aber es ergänzt sie. Es macht den Alltag ein Stück besser handhabbar.
Wissen nimmt der Angst ein Stück Macht
Angst lebt oft auch davon, dass sie unklar und diffus bleibt. Wenn alles nur noch als ein großer bedrohlicher Block erlebt wird, fühlt man sich besonders hilflos. Wissen macht aus diesem Block einzelne Bausteine. Man erkennt eher: Welche Situationen lösen bei mir Angst aus? Welche Gedanken tauchen dann auf? Welche Körperempfindungen erschrecken mich am meisten? Was tue ich dann, um mich zu beruhigen? Und was hilft mir vielleicht nur kurzfristig, hält die Angst aber langfristig fest? Je besser man diese Zusammenhänge versteht, desto weniger wirkt die Angst wie etwas völlig Unkontrollierbares.
Verstehen hilft, freundlicher mit sich selbst umzugehen
Viele Menschen mit einer Angsterkrankung machen sich selbst Vorwürfe. Sie nennen sich zu empfindlich, zu schwach oder denken, andere würden das doch auch schaffen. Wenn man aber mehr über Angst lernt, wird oft klar, dass hier keine Charakterschwäche vorliegt, sondern ein nachvollziehbares Zusammenspiel aus Gedanken, Körperreaktionen, Gefühlen und Verhalten. Dieses Wissen kann entlasten. Man schaut dann oft anders auf sich selbst: nicht mehr nur mit Härte, sondern mit mehr Verständnis. Und das ist wichtig, denn Selbstabwertung verschlimmert die Belastung meistens noch zusätzlich.
Wissen stärkt die eigene Mitarbeit und die Selbstwirksamkeit
Wer versteht, warum Vermeidung Angst aufrechterhält, warum Rückversicherung nur kurz beruhigt oder warum bestimmte Übungen sinnvoll sind, kann viel aktiver mitarbeiten. Das ist in einer Therapie genauso wichtig wie in einer Selbsthilfegruppe oder im Alltag. Aus dem Gefühl „Mit mir passiert einfach etwas“ wird langsam eher: „Ich kann anfangen zu verstehen, was passiert, und ich kann lernen, anders damit umzugehen.“ Genau dieses Gefühl von Selbstwirksamkeit ist bei Angsterkrankungen sehr wichtig. Es bedeutet nicht, dass alles leicht wird. Aber es bedeutet, dass man sich nicht mehr nur als Opfer der Angst erlebt.
Warnzeichen und Rückschläge lassen sich besser einordnen
Wenn Menschen ihre Angsterkrankung besser kennen, merken sie oft früher, wenn sich wieder etwas verschlechtert. Vielleicht ziehen sie sich mehr zurück, schlafen schlechter, vermeiden wieder mehr oder kreisen gedanklich nur noch um mögliche Gefahren. Wer solche Warnzeichen kennt, kann früher gegensteuern. Genauso lassen sich Rückschläge besser einordnen. Dann bedeutet ein schlechter Tag nicht sofort, dass alles umsonst war. Man weiß eher: Belastung kann Symptome verstärken, das ist unangenehm, aber nicht automatisch ein kompletter Rückfall. Auch dafür ist Wissen eine wichtige Hilfe.
Warum gerade in einer Selbsthilfegruppe Wissen so wertvoll ist
In einer Selbsthilfegruppe geht es nicht nur darum, Dampf abzulassen oder sich kurz besser zu fühlen, sondern auch darum, gemeinsam zu lernen. Wenn Gruppenmitglieder mehr über Angsterkrankungen wissen, können sie ihr eigenes Erleben oft besser beschreiben und auch andere besser verstehen. Das macht Gespräche klarer, ehrlicher und hilfreicher. Wissen sorgt also nicht nur für mehr Orientierung beim Einzelnen, sondern stärkt auch die Gruppe als Ganzes.
Zum Schluss zusammengefasst
Menschen mit einer Angsterkrankung profitieren davon, sich möglichst viel Wissen über ihre Erkrankung anzueignen. Nicht, weil sie dann alles allein schaffen müssen, sondern weil Verstehen ihnen Sicherheit gibt. Therapie bleibt wichtig, aber sie wirkt meist am besten, wenn Betroffene selbst mitdenken, mitbeobachten und mitlernen. Wer seine Angst besser versteht, fühlt sich ihr oft weniger ausgeliefert, erkennt Muster schneller und kann im Alltag bewusster reagieren. Wissen heilt die Angst nicht automatisch, aber es kann ihr ein gutes Stück von ihrer Macht nehmen.

